Wir stellen unsere Arbeit in Essen ein!

//Wir stellen unsere Arbeit in Essen ein!

Wir stellen unsere Arbeit in Essen ein!

Liebe Leserinnen und Leser, erschrecken sie nicht, wenn Sie dies lesen. Es ist nicht so, dass unser Verein nichts mehr für Flüchtlinge tun möchte.

Im Gegenteil: Wir werden all unsere Kraft in den anderen Teil unserer Arbeit stecken, nämlich die Hilfe für Flüchtlinge in den Herkunftsländern, um weiterhin Fluchtursachen zu vermeiden und Menschen in ihren Heimatländern eine neue Perspektive zu geben.

Wie geht es weiter in Essen-Steele?

Vorab ein genereller Hinweis: Es ist geplant, dass ein Teil unserer Arbeit im Gemeindezentrum von St. Laurentius durch das für Steele zuständige Integrationsteam fortgesetzt und ausgebaut wird. Derzeit laufen Verhandlungen mit der Pfarrei und dem Träger des Integrationsteams.

Zurzeit bietet das Team in unserem Räumen Beratungen an. Es ist Teil des von der Stadt Essen finanzierten und gesteuerten Integrationskonzeptes, das von Caritas und Diakonie umgesetzt wird. Auskunft über die Standorte und Beratungszeiten der Integrationsteams gibt es telefonisch unter 0201/320030.

1. Sprachkurse: Über die Sommerferien hinaus werden nur zwei Kurse weiterlaufen. Die Lehrerinnen werden weiter mit ihren festen Gruppen arbeiten. Für neue Teilnehmer gibt es zunächst kein Angebot.

2. Erzählcafes: Die Erzählcafés am Montag und Mittwoch Nachmittag finden vorerst weiterhin statt.

3. Beratung in Alltagsfragen: Hier helfen wir noch bis Ende November 18 eingeschränkt weiter, u.a. bei der Wohnungsssuche und bei Bewerbungen. Für Beratungen ist eine Terminabsprache notwendig. Schwerpunkt wird die zielgerichtete Weiterleitung an die Integrationsteams in den Stadtbezirken sein, die es mit Außenstellen in ganz Essen gibt.

4. Erreichbarkeit:

Am besten per E-Mail an info@fluechtlingshilfe.com
Telefonisch unter 0201/50756754 (mit Anrufbeantworter). Das Telefon ist nur Donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr besetzt.
5. Sachspenden: Haben wir schon im letzten Jahr eingestellt. Kleider- und Hausratssspenden können in der Kleiderkirche in Essen-Steele abgegeben werden. Träger ist der Flüchtlingshilfe Steele e.V.

Kontakt und weitere Infos: In der ehemaligen Marienkirche in der Buschstraße 31a unterhält der Verein unter Leitung von Marlies Britz eine Kleiderkammer. Aktuelle Öffnungszeiten: www.sankt-laurentius.info, dort auf „Kleiderkirche für Flüchtlinge“ klicken.

Weiterer Kontakt: m.britz@rtnetz.de

Begründung für diesen Schritt:

Unser Verein hat sich Ende 2014 gegründet, von aktiven Menschen, die geordnet Flüchtlingen helfen wollten. Bei der Gründung hatten wir sehr stark die Hilfen in den Herkunftsländern im Kopf.

Ende 2014 hat sich deutlich abgezeichnet, dass sich aus den Kriegs- und Krisenländern und den Anrainerstaaten viele heimatlose Menschen auf den Weg nach Europa gemacht hatten, um hier Schutz und Hilfe zu finden.

Deshalb haben wir Anfang 2015 beschlossen, auch eine Hilfe vor Ort zu starten. Es hat etwas gedauert, bis wir verschiedene Angebote entwickelt haben, um den Menschen die hier angekommen sind, zu helfen.

Die konkreten Angebote waren seitdem

Sprachkurse,
ein Möbellager für gebrauchte Möbel und Hausrat, um den Menschen bei der Erstausstattung zu helfen, weil die staatlichen Hilfen oft zeitverzögert kamen,
ein Erzählcafé, in dem deutsche Ehrenamtliche als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen, damit die Geflüchteten die erworbenen Sprachkenntnisse auch anwenden konnten.
Daraus hat sich dann noch ein Angebot entwickelt, Geflüchtete zu beraten und zum Teil auch zu begleiten, damit einerseits die Geflüchteten der Bürokratie nicht alleine gegenüberstanden und damit andererseits bei der Integration der Menschen in Essen alles seinen geregelten Gang gehen konnte.
Ab Mitte 2015 konnten wir das Gemeindezentrum der ehemaligen Pfarrgemeinde Sankt Barbara in Essen-Frillendorf nutzen, das leer stand, aber sehr gut geeignet war. Wir mussten es Mitte 2017 verlassen, weil sich für das Kirchengelände ein Investor gefunden hatte. Wir fanden dann eine neue, kleinere Heimat im Gemeindezentrum von St. Laurentius in Essen-Steele.

In den vergangenen drei Jahren konnten wir über 2.500 Menschen bei der Wohnungsausstattung helfen, hatten über 1.300 Familien oder Alleinstehende in der Beratung, mal kurz, mal monatelang. Über 500 Geflüchtete nahmen an unseren Sprachkursen teil, um Grundkenntnisse oder fortgeschrittene Kenntnisse zu erlangen. Über 50 ehrenamtliche Helfer leiteten ehrenamtlich diese Kurse, manche über die vollen drei Jahre. Hunderte Teilnehmer und Dutzende Ehrenamtliche kamen zu den Erzählcafes. Auch bei den anderen Angeboten haben insgesamt über 100 Ehrenamtliche, Deutsche und Ausländer, geholfen.

Ab Anfang 2018 nahm das Interesse vor allem im Bereich der Beratung ab. Bisher stand an dieser Stelle: „Herzlich willkommen. Wir wollen da helfen, wo hauptamtliche Hilfe nicht ausreicht“. Unsere Hilfe war nötig, weil die Stadt in diesem Punkt überfordert war. Das hat sich hier in Essen im Verlauf des letzten Jahres geändert.

Die Stadt Essen hat inzwischen mit Diakonie und Caritas in allen sieben Bezirken ein flächendeckendes System von Anlauf- und Beratungsstellen eingerichtet. Auch unser Büro dient schon seit Januar 2018 dieser Beratung. Deshalb und wegen der sinkenden Teilnehmerzahlen bei unseren anderen Angeboten können wir es verantworten, unsere Angebote einzustellen.

Ende November wird es eine „Abschlußfeier“ für alle, die mitgeholfen haben, geben. Falls die Verhandlungen klappen, wird daraus auch eine Feier zum weiteren Betrieb des Begegnungszentrums Graffweg 9 durch den Caritasverband für die Stadt Essen e.V.

2018-08-15T10:45:55+00:00August 15th, 2018|Allgemein|