Caritas-­Flüchtlingshilfe Essen e.V.

Der Verein

Die Caritas-Flüchtlingshilfe Essen ist ein junger Verein, der Ende 2014 gegründet wurde. Er ist unter anderem aus einer Hilfsaktion heraus entstanden, die seit Oktober 2013 läuft, einer Hilfsaktion, mit der Flüchtlinge im Nordirak unterstützt werden und die von einer engen Kooperation zwischen Funke Mediengruppe, der Deichmann-Stiftung und der Caritas im Ruhrbistum getragen wurde.

In den vergangenen Jahren waren wir nur wenige Aktive, was den Vorteil hatte, dass wir erstens kaum Verwaltungskosten hatten und zweitens sehr flexibel und unbürokratisch auf die Erfordernisse vor Ort reagieren konnten. Bis heute haben wir Hilfsgüter im Wert von 1,5 Millionen Euro in der Region verteilen und damit Tausenden Menschen helfen können.

Hinzu kommen zwei Flüchtlingssiedlungen in Containerform für rund 600 Menschen.

Um diese Aktion zu institutionalisieren und auf ein breiteres Fundament zu stellen, haben wir den Verein gegründet. Der Verein Mitglied beim Caritasverband für die Stadt Essen und damit auch der weltweiten Caritas-Familie, aber in sich unabhängig.

  • Wir werden auch weiterhin flexibel und unbürokratisch bleiben.
  • Die Caritas-Flüchtlingshilfe ist weiterhin im Nordirak aktiv.
  • Wir sind aber auch in Essen für Flüchtlinge aktiv.

Wir haben ein inzwischen ein Möbellager eingerichtet, dass schon mehreren hundert Familien geholfen hat, bieten Sprachkurse für frisch angekommene Flüchtlinge an, unterhalten ein Erzählcafe für Deutsche und Flüchtlinge und bieten Beratung und Begleitung durch Ehrenamtliche an, da, wo die hauptamtliche Hilfe nicht ausreicht. Über achzig Ehrenamtliche engagieren sich inzwischen bei uns regelmäßig.

Warum ein neuer Verein: Caritas-Flüchtlingshilfe Essen?

Noch nie nach dem 2. Weltkrieg gab es so viele Flüchtlinge auf der Welt, über 50 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Alleine der Syrienkrieg hat über sechs Millionen Menschen obdach- und heimatlos gemacht. Hinzu kommt, dass in Deutschland, auch in Essen und anderswo im Ruhrgebiet eine hohe Zahl von Flüchtlingen angekommen ist und es immer mehr werden, die Schutz suchen. Wir wollen da helfen, wo die hauptamtliche Hilfe nicht ausreicht.

Was machen wir eigentlich? - Im Inland:

  • Wir  helfen - in Zusammenarbeit mit der verbandlichen Flüchtlingsarbeit - Flüchtlingen, eine Wohnung zu finden.
  • Wir haben ein Möbellager eingerichtet, um bei der Einrichtung von Wohnungen zu helfen.
  • Wir bieten Sprachkurse in unserem Begenungszentrum und bei Flüchtlingsdörfern an, die vor den staatlichen Kursen liegen.
  • Wir bieten ein "Erzählcafe" an, um Flüchtlingen eine Plattform zu bieten, Deutsch zu sprechen.
  • Wir engagieren uns bei Bedarf in der Betreuung alter und pflegebedürftiger Flüchtlinge.
  • Wir bemühen uns bei „Behörden-Angelegenheiten“ durch Beratung und Begleitung.
  • Wir suchen das Engagement und die Zusammenarbeit mit Pfarreien und Gemeinden, mit Verbänden auch außerhalb der Caritas und weiteren katholischen Einrichtungen.

Was machen wir eigentlich? - Im Ausland:

Vorbeugende Flüchtlingshilfe – also Fluchtursachen vermindern, dies ist die Leitlinie der Auslandsprojekte.

Rumänien: Jedes 2. Kind lebt in Armut 

Trotz des Rückgangs der Armutsrate und sozialer Ausgrenzung ist Rumänien heute nach wie vor eines der ärmsten Länder Europas. Jedes zweite rumänische Kind lebt in Armut.

Aus dieser Situation heraus hat der Caritasverband für das Bistum Essen vor über 20 Jahren ein „Modellkinderheim“ gegründet: Das Kinderheim St. Nikolaus in Neupetsch bei Temeswar. Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass dieses Heim über 20 Jahre besteht. Warum Wunder? Weil der laufenden Betrieb diese lange Zeit fast ausschließlich aus Spenden finanziert wird. Weil diese Häuser einfach eine Heimat für Kinder in Not sind. Dies fortzuführen, ist eine Aufgabe des Vereins.

Hilfe für Flüchtlinge im Nordirak

Seit 2007 war der Caritasverband für das Bistum Essen im Nordirak, vorwiegend in der Autonomen Region Kurdistan tätig. Weit über 2,5 Millionen Euro sind an Spenden zusammen gekommen, damit haben wurde anfangs vorwiegend christlichen Flüchtlingen aus dem Irak geholfen, seit 2012 im großem Umfang syrischen Flüchtlingen  Nach dem Vormarsch der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Juli 2014 sind 1,8 Millionen Menschen im Norden des Landes auf der Flucht. Denn die Dschihadisten des IS führen keinen Krieg gegen eine Armee. Ihr Ziel sind die Zivilisten, sie kennen keine Milde, keine Gnade und schon gar keine Genfer Konvention.

Die Situation wurde nochmals dramatischer ab Juli 2014, als die ISIS Mossul und die Niniveebene überrollte und rund 180.000 christliche Flüchtlinge innerhalb weniger Tage zu den rund 1,8 MillionenFlüchtlinge, die schon in dem kleinen Irakisch-Kurdistan (ca. 4,5 Millionen „Stammbewohner“) leben, hinzukamen.

Die Lage ist weiterhin dramatisch. Zehntausende von christlichen, jesidischen und anderen Flüchtlingen leben noch im Freien oder in Rohbauten. Für sie muss schnellstens ein Dach über dem Kopf her. Der Schwerpunkt der Caritas Flüchtlingshilfe Essen ist die Beschaffung von Wohncontainern, um den Flüchtlingen das Überleben zu ermöglichen. Zwei kleine Siedlungen mit rund 40 Containern wurden im Dezember 14 und Januar 15 mit Mitteln der Deichmann-Stiftung sehr schnell aufgebaut. 2015 wurden über 70 Wohncontainer in einer beispiellosen Spenenaktion von Städten, Gemeinden, Pfarreien. Firmen und Einzelpersonen gespendet.

So wollen wir im kleinen Umfang das Erbe von Kardinal Hengsbach – die Auslandshilfe – soweit wie möglich fortsetzen.