Kinderheim St. Nikolaus

Mehr als 100 Kinder sind in den letzten 25 Jahren hier groß geworden, fanden Schutz und Hilfe, bekamen Erziehung und Förderung, Liebe und Vertrauen. Fast alle haben eine Ausbildung abgeschlossen, sind in der Lage, ihr Geld selbst zu verdienen.

 

Geschichte

1990 - heute

Einrichtung

Gebäude & Grundstück

Geschichte

Es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass dieses Heim 23 Jahre besteht, immer noch besteht und immer wieder neue Dinge hier geschehen.

Warum Wunder? Welche karitative Einrichtung kann schon von sich sagen, dass sie im laufenden Betrieb diese lange Zeit fast ausschließlich aus Spenden finanziert wird.

Leider muss man sagen, dass nach wie vor der rumänische Staat sehr wenig dazu beiträgt, seiner Verantwortung für seine Kinder gerecht zu werden und die Finanzierung stärker mitzutragen.

Umso mehr ist es bemerkenswert, dass viele 1000 Menschen, vor allem in Deutschland, dazu beigetragen haben und immer noch dazu beitragen, dass hier monatlich die Kinder versorgt werden mit allem, was Sie brauchen, die Mitarbeiter regelmäßig bezahlt werden, Renovierungen durchgeführt werden können und diese Häuser einfach weiter eine Heimat für die Kinder sind, oft auch lange nach ihrem Aufenthalt hier.

 

Die schrecklichen Fernsehbilder aus rumänischen Kinderheimen von vor über 27 Jahren sind heute noch vielen Menschen in Erinnerung geblieben: Kinder im eigenen Kot liegend, der Kamera die Ärmchen entgegenstreckend, halb verhungert! Staatliche Kinderheime mit einer Sterblichkeitsrate von 60 bis 80 Prozent im Winter.

Mitarbeiter aus dem Bereich Auslandshilfe der Caritas im Bistum Essen und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben dies leibhaftig erlebt, gesehen – und auch gerochen! Diese Erfahrungen bildeten die Grundlage für die Motivation hier tätig werden zu wollen.

In den ersten Monaten des Jahres 1990 wurden große Mengen an Material nach Rumänien gebracht, um die Kinderheime besser auszustatten. Sehr schnell wuchs aber die Erkenntnis, dass dies nicht ausreichen würde. Vielmehr sollte auch das Personal auf Grundlage eines christlichen Menschenbildes qualifiziert werden. So entstand in Temesvar eine „Fachschule für Heim- und Heilpädagogik“, die bis 2011 erfolgreich gearbeitet hat.

Es entstand aber auch sehr schnell die Überlegung, ein sogenanntes Modellkinderheim zu eröffnen. Dadurch sollte den Verantwortlichen bei den staatlichen Stellen und den großen staatlichen Kinderheimen gezeigt werden, dass Heime keine anonymen Verwahranstalten mit riesigen Schlafsälen sein müssen.

1990 wurde diese Idee geboren – aber in Rumänien geht alles nicht so schnell!

Nach einigem Suchen fanden wir ein großes, leerstehendes Pfarrhaus in Neu Petsch, ca. 30km westlich von Temesvar.

Gebäude

Pfarrhaus in Neu-Petsch heute

Zu diesem Pfarrhaus wurden im Dorf noch drei freistehende kleine Bauernhäuser preiswert er-worben, um deren Nutzfläche für den Obst- und Gemüseanbau zu verwenden und weitere Familiengruppen dort unterzubringen.

So konnten mit Hilfe der Landesregierung Nordrhein-Westfalen die ersten drei Häuser komplett renoviert, umgebaut und mit gebrauchten Möbeln aus Einrichtungen des Bistums Essen eingerichtet werden. Im Jahr 1995 konnten erstmalig dreißig Kinder aus staatlichen Heimen herausgeholt werden und hier eine neue Heimat finden.

Das "Zweite Haus"

In unserem zweiten Haus - „Müllerhaus“ genannt, findet die Betreuung armer Kinder aus dem Dorf und die "Altenspeisung" statt.

Das "Dritte Haus"

Das "Vierte Haus"

1995 konnte aus privaten Mitteln das sogenannte 4. Haus dazu gekauft werden, so dass wir die Zahl auf vierzig Kinder erhöhen konnten. So lebten immer 6 – 10 Kinder, gemeinsam mit einem rumänischen Ehepaar, einer Erzieherin, sowie Hilfskräften unter familiären Bedingungen.

Die "Hütte"

Ein beliebter Ort der Erholung in den westlichen Kaparten